Archiv der Kategorie 'Was ist eigentlich die Grauzone?'

Debattenbeitrag: Das Grauen mit der Grauzone – Ein Versuch

Die „Thüringenpunx“ haben einen Beitrag zur „Grauzonen“-Debatte verfasst. Lesenswert!:

Seit einigen Jahren gibt es eine Diskussion um die sogenannte Grauzone, die im Internet, in AZs und in diversen Kneipen wohl recht häufig geführt wurde und immer noch aktuell ist. Es geht dabei oftmals um Bands oder Einzelpersonen, die nun mehr oder weniger mit Neonazis oder menschenverachtenden Einstellungen sympathisieren oder diese zumindest tolerieren. Es gibt diverse Ansätze diese Diskussion zu führen. Die Erstveröffentlichung des Textes fand in der Alerta Südthüringen statt.

Mittlerweile dürfte wohl jeder, der sich mit Punkrock beschäftigt hat, schon mal über den Oireszene-Blog gestolpert sein oder auf einem Konzert bzw. Festival gewesen sein, auf dem mindestens eine Person mit Krawallbrüder-Merch oder ähnlichem Rotz herum gelaufen ist. Während noch in den 80er und 90er Jahren die Diskussion vor allem im Bereich der Skinheadszene eine äußerst positive Entwicklung genommen hat und viele Skinheads sich gegen Neonazis und Rassismus in der SHARP-Bewegung (Skinheads against racial prejudices) oder bei den RASH (Red and Anarchist Skinheads) organisierten, nahm dies mit dem Schwinden der Boneheads ab. Mittlerweile gibt es kaum noch solche Gruppierungen und sie machen nur noch einen kleinen Teil der Skinheadbewegung, zumindest in Deutschland, aus. Mit der Veränderung in den Subkulturen änderte sich auch der Umgang mit Neonazis und menschenverachtenden Einstellungen. Wenn noch, wie vor einigen Jahren auf dem Force Attack, Krawallbrüder auftreten und die johlende Menge „Ein Baum, ein Strick, ein Antifa-Genick“ rufen konnte und auf dem Festival sexuelle Übergriffe auf Frauen keine Seltenheit waren, scheint mächtig was schief gegangen zu sein.

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Schnittstellen jugendlicher Milieus

Eine Rezension aus dem „Blick nach Rechts“:

Rechte Lebenswelten von Jugendlichen spielen sich oft in Musikkulturen ab. Eine Handreichung der Agentur für soziale Perspektiven versucht sich inhaltlich den „Grauzonen“ jugendlicher Subkulturen zu nähern.

Die in Berlin ansässige „Agentur für soziale Perspektiven e. V.“ (ASP) beschäftigt sich seit den 1990er Jahren mit „rechten Jugendkulturen“. In den 1990er Jahren galt ihre Aufmerksamkeit dem neonazistischen Rechtsrock. Ab den 2000ern zeigten sie mit der immer wieder neugestalteten und ergänzten Broschüre „Versteckspiel – Lifestyle, Symbole und Codes von neonazistischen und extrem rechten Gruppen“, wie sich die subkulturellen Moden und Mimikry von Neonazis änderten. „Versteckspiel“ kommt mittlerweile in den verschiedenen Auflagen zusammen auf 120 000 Ausgaben. Auch der DGB und die SPD druckten eigene Versionen des „Versteckspiels“. Unter anderem wegen diesem Projekt hat sich mittlerweile unter Journalisten, Jugendarbeitern und Multiplikatoren herumgesprochen, dass Neonazis nicht unbedingt nur im Skinheadlook herumlaufen, sondern dass neonazistische Codes auch in anderen Jugendkulturen zu finden sind.

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Jugendliche Lebenswelten in den Grauzonen

Via „Agentur für soziale Perspektiven“:

Seit Anfang des Jahres 2013 arbeiten wir in einem auf drei Jahre angelegten Projekt zu „Grauzonen – rechte jugendlichen Lebenswelten“. Unser Projekt will die inhaltlichen und strukturellen Schnittstellen zwischen extrem rechten, rechten und vermeintlich unpolitischen Szenen und Milieus ausarbeiten. Darüber hinaus treten wir inhaltlich und offensiv denen entgegen, die das gesellschaftliche Problem mit den „Rechten“ auf offen auftretenden Neonazismus und Rechtspopulismus zu reduzieren versuchen und die eine oft sehr eingeschränkte Wahrnehmung von dem haben, was überhaupt politisch ist.

Unter „rechten Lebenswelten“ verstehen wir das „große Ganze“, was Ideologien der Ungleichheit entstehen und existieren lässt: Ein System von Lebens- und Wertvorstellungen, die darauf angelegt sind, das gesellschaftliche Miteinander hierarchisieren, Rollen zuzuweisen, „Wert“ und „Unwert“ des einzelnen Menschen zu festzulegen und über dessen Ein- und Ausschluss zu bestimmen – dies aufgrund äußerlicher Merkmale oder der (zugewiesenen) Zugehörigkeit zu einer (meist konstruierten) Gruppe.

Ideologien der Ungleichheit sind Ausdruck einer Gesellschaft, die sich mehr über das Gegeneinander denn über das Miteinander definiert. Die Bewahrung von bzw. die Forderung nach Privilegien der „eigenen“, je nach Bedarf konstruierten, Gruppe geht dabei einher mit der Empörung darüber, dass „die Anderen“ angeblich zu Unrecht übervorteilt werden: Heterosexuelle gegen Schwule und Lesben, Christliche Kultur gegen Islam, „Angestammte“ gegen Zugewanderte, „Deutsche“ gegen die, die als nichtdeutsch festgelegt werden, Männer gegen Frauen, die „Starken“ gegen die, die als „schwach“ empfunden werden, selbsternannte Leistungsträger*innen gegen sogenannte „Sozialschmarotzer“. Häufig ersetzt die Vorstellung der Gemeinschaft die der Gesellschaft.

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Ein paar Worte zu den Stage Bottles und der Grauzonendebatte

Wir dokumentieren einen Diskussionsbeitrag von „Indymedia Linksunten“:

Lustig, dass es bei der sogenannten Grauzonen-Diskussion immer wieder die gleichen Argumentationsmuster zu beobachten gibt. Eins der häufigsten ist das, was Du hier schreibst: „ich hab mit denen geredet, die sagen die sind links und ich kenne ihn seit 25 Jahren“. Ich kann so eine Aussage doch nicht wirklich an persönlichen Befindlichkeiten festmachen?! Man muss doch den Gesamtzusammenhang sehen: Wie stellt sich eine Band dar und wie handelt sie? Wie und wo tritt sie auf, was hat sie für Texte und sonstige Aussagen? An welches Publikum wendet sie sich? Erst wenn ich all das berücksichtige, kann ich die Band einordnen. Und hier geht es gar nicht darum, ob eine Band jetzt „Grauzone“ ist oder nicht, sondern einfach um ein grundlegendes linkes Werte- und Normenverständnis, anhanddessen jede*r einordnen sollte, was nun für sie*ihn geht und was nicht.
Was für mich gar nicht geht, sind plumpe Pauschalisierungen. „Veganer“? „Anti-Deutsche“? Was soll dieser Angriff gegen vermeintlich homogene Massen?

In den letzten Jahren habe zumindest ich die Entwicklung der Stage Bottles beobachtet und musste auch hier eine zunehmende Entpolitisierung feststellen. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter – ich denke, dass das die Stage Bottles nahezu die Augen vor diskriminierenden Mechanismen verschließen. Nachfolgend möchte ich einige Vorkommnisse nochmal erläutern.
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Reclaim subculture – reclaim politics!

Die „North East Antifascists“ schreiben:

Das Phänomen “Grauzone” ist seit einigen Jahren ein breit diskutiertes Thema in als “links” oder “alternativ” etikettierten Subkulturen, beispielsweise im Punk oder HipHop.

Um den rechtsoffenen bis rechten Tendenzen ein klar antifaschistisches Subkulturverständnis entgegenzusetzen, haben wir in Kooperation mit dem Festival “Resist to Exist” in diesem Jahr eine sehr gut besuchte Veranstaltung unter dem Motto “Oi- alles unpolitisch, oder was?” organisiert.
Dazu haben wir einen Flyer zu rechten Tendenzen im Oi!-/ Punkspektrum veröffentlicht, welcher nun bei Partys, Konzerten und Tresenabenden ausgelegt werden kann, damit Diskussion und Gegenwehr weiter angestoßen und vertieft werden können.
Helft, Subkulturen politisch zu halten- kick fascism out of your subculture!

Flyer

„Alles Grauzone!“ – Bibliotheken in die Pflicht nehmen

Ein schon etwas älterer, aber dennoch lesenswerter Artikel zur Grauzonendebatte:

Vorletzten Freitag lud das Steinhaus Bautzen zu einer Gesprächsrunde über die sogenannte „Graunzone“ und knapp 20 Interessierte, darunter die Podiumsmitglieder vom East-Club Bischofswerda, Jugendhaus Neukirch, Steinhaus Bautzen, der Band High Society (trotz veritabler Absagen an neonazistisches Gedankengut als Grauzonenband bezeichnet), ein Mensch, dessen Hintergrund mir leider entfallen ist, und Landrat Michael Harig (CDU), folgten der Einladung. Den Anlass zu der Veranstaltung bot ein Vorfall im Herbst des letzten Jahres, als das Jugendhaus Neukirch die rechtslastige Band Limited Booze Boys für ein Konzert buchte. Daraufhin überschlugen sich die Ereignisse: aufgrund heftiger Kritik sagte das Jugendhaus den Auftritt der Band ab, politische Konsequenzen drohten.
Gesprächsbedarf bestand also zur Genüge, im Kaminzimmer des Steinhaus-Exil‘.

Da nun mittlerweile über eine Woche seit der Veranstaltung – zu der ich auch noch 10 Minuten zu spät kam – vergangen ist, sind mir nicht mehr alle Äußerungen im Ohr. Ich möchte trotzdem versuchen, mit wenigen Schlaglichtern die Positionen der jeweiligen Teilnehmer wiederzugeben. Anschließend möchte ich meine ganz persönliche Meinung zum Gesagten – was ich auch schon während der Veranstaltung tat – wiedergeben und Überschneidungen zu einer anderen öffentlichen Einrichtung offen legen.

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Wasted Youth canceln Show in Kroatien

Via „RASH Stuttgart“:

State­ment von Was­ted Youth zu ihrer Kon­zert­ab­sa­ge:

We are sad that we have to an­noun­ce that we won‘t play on this year’s Sick As We Are Fes­ti­val in Croa­tia. We‘ve got some in­for­ma­ti­on about the band Ground Zero from Novi Sad, who are also play­ing at the fes­ti­val, which makes it sim­ply im­pos­si­ble for us to share the stage with them. We also shared these in­for­ma­ti­on with the pro­mo­ters, but as they don‘t see it as a re­a­son to kick out Ground Zero from the line up, we are forced to can­cel the show.

One of the gui­ta­rists of Ground Zero used to play in a na­tio­na­list fa­scist black metal band cal­led Wolf’s Hun­ger, who de­scri­be them­sel­ves as a pa­trio­tic black metal band with ly­rics about Ser­bi­an my­tho­lo­gy and his­to­ry. Mem­bers of Wolf’s Hun­ger are also known fa­scists who foun­ded, for ex­amp­le, the or­ga­ni­sa­ti­on „Ra­so­na­lis­ti Srbi­je“ some years ago, for which they were sprea­ding fly­ers on con­certs. Alt­hough that or­ga­niza­t­i­on wasn‘t re­al­ly ac­tive and doesn‘t exist any­mo­re, they are re­gis­te­red as neo-​Na­zi or­ga­niza­t­i­on in Ser­bia and their mes­sa­ge is clear. Among other things, their pro­gram is about “na­tu­ral order”, which is based on one-​ra­ce so­cie­ties, ra­ci­al se­pa­ra­ti­on and re­pa­tria­ti­on of all non-​Eu­ropeans and their des­cend­ents, no mat­ter if they are “pure” or “mixed”. Ho­mo­se­xua­li­ty, ab­or­ti­on, drugs and ra­ci­al mi­xing is strict­ly against the “order”, as it is writ­ten on their fly­ers. There are many other things they were pro­mo­ting, but that’s not the main topic of this text. The ex­pla­na­ti­on we got, why Ground Zero should be fine, is that the gui­ta­rist is just apo­li­ti­cal , as the whole band is. Is it apo­li­ti­cal to play in a band that is sprea­ding fa­scist and na­tio­na­list ideas? The gui­ta­rist of Ground Zero can‘t be cal­led even „grey­zo­ne“ any­mo­re, he used to be ac­tive for the very ob­vious cause of Wolf’s Hun­ger, so he chose his side.

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Toronto sagt nein zu Condemned 84

Via „Big Shot Zine“:

Betrachtet das folgende als öffentliche Bekanntmachung.

Wie so oft bei Veranstaltungen dieses rückwärtsgewandten Teils der Skinheadszene trägt auch dieses Konzertplakat die Standard-Aufschrift “No Politics!”. Die auf dem Plakat angekündigten Bands sind jedoch alles andere als unpolitisch. Die im Folgenden dokumentierten Verhaltensmuster machen deutlich: Die beteiligten Bands und Veranstalter profitieren davon, ihre rechten Ansichten und connections zu Rechtsextremisten geheim zu halten oder abzustreiten. Diese Taktik ist feige, funktioniert aber bestens als Schutzschild gegen kritische Stimmen aus der Szene. (…)
Hier geht es nicht um “PC” sein oder nicht sein, und auch nicht um eine einzige fischige Band. Es geht um die Pläne und Taktiken von Fencewalkern und Nazis im Schafspelz aus unserer Szene ein gemütliches Versteck für ihren Nazischeiss zu machen – und darum, diese Pläne zu durchkreuzen.
Dies ist auch kein Einzelfall – es ist eine bewußte Strategie von in der Vergangenheit zur Heimlichtuerei verurteilten Nazis: Unterwandert die “Unpolitischen” und rekrutiert die Meinungsschwachen und Wankelmütigen – denn wenn Sie schon Nazi-Bands hören und “Anti-Antifa” sind, sind sie leichte Beute.

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Zone Wismar

Die „Antifa NWM“ schreibt:

Eine andauernde Diskussion

Wenn man im Duden das Wort „Grauzone“ nachschlägt, stößt man auf die Bedeutung „Grenzbereich, zwielichtiger oder zweifelhafter Bereich“ – es ist also eine schwammige Formulierung für einen Sachverhalt, der viel Interpretationsspielraum lässt. Es ist schwierig zu sagen, wo beginnt die Grauzone und wo endet sie.
Gerade weil die Grauzone so ein schwammiger und verschwommener Bereich ist, verstecken sich viele Bands und deren AnhängerInnen hinter dem Image der Grauzone, behaupten sie seien „unpolitisch“. Doch wie Grauzone ist man noch, wenn Bandmitglieder mit Neonazis auf Partys Arm in Arm zusammen feiern? Wie Grauzone ist es, wenn Bands Hetzlieder gegen antifaschistisches Engagement veröffentlichen? Ist man noch „unpolitisch“, wenn man in seinen Texten für konservative Wertvorstellungen, Nationalstolz oder für eine männerdominierte Gewaltwelt wirbt?

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[Grauzone] Rechts oder nicht rechts? Blue Moon | Fritz vom 27.11.2012

Zum Videobeitrag:

Mit „Grauzone“ werden im Szenejargon Bands, Clubs und Fans aus der Punk- , Skinhead- und Rockszene bezeichnet, die zwar nicht unbedingt selbst rechtsextrem sind, sich aber nicht klar gegen Rechte positionieren. Nach dem Motto „Wir sind unpolitisch und was jemand wählt, geht uns nichts an“. Politaktivisten kritisieren, dass man mit diesem Verhalten rechtsradikalen und rechtsoffenen Bands und Szenegängern Tür und Tor öffnet, indem man sie stillschweigend duldet oder sogar mit ihnen sympathisiert. Am Ende bleibt für den Hörer, Fan und Konsumenten die Frage: Was erwarte ich von „meiner“ Band? Wie politisch darf und soll sie sein? Wie sehr interessiert es mich, was die Bands neben der Musik noch machen? Wie wichtig ist es mir, dass sie zu bestimmten Themen klar Stellung beziehen? Über die „Grauzone“ und Eure Haltung habt Ihr mit Hendrik Schröder im Blue Moon diskutiert.

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Commi Bastard # 12 erschienen!!!

Das neue „Commi Bastard“ ist seit Kurzem erhältlich – u.a. auch wieder mit einigen Beiträgen zur Grauzonen-Debatte:

Die neue Ausgabe ist fertig – und inzwischen sind die ersten Hefte im Mad Butcher Shop erhältlich.
Diesmal wieder mit Vinyl Beilage. „Ska against idiots“ 7″ mit „AFA Dub“ von Jokerface und „This is 2Tone Ska“ von The Bankrobbers (2tone) Interviews von Enraged Minority, The Bankrobbers und Vasco (Plastic Bomb). Dazu ein Gastbeitrag über die Geschichte der „roten Bergsteiger“.

Quelle

“Das ist noch schlimmer als Religion”

Via „Publikative.org“:

Olli Schulz sagt Richtiges und Wichtiges über “Kackbands” wie die Onkelz und ihre Fans. (ab 2`00)

Was? Noch so ein anonymer Hetzblog?

Die Oire Szene Redaktion freut sich über den Zuwachs eines weiteren Blogs zum Thema Grauzone (Und die berchtigte Kritik an uns ist angekommen!). Von mehreren Seiten zu kämpfen ist schließlich immer effektiver! Wir wünschen der Redaktion von „Oi it´s apolitical!?“ eine erfolgreiche und kontinuierliche Arbeit! Smash the greyzone!


Ist es normal, nur weil es jede/r so macht…?

In den letzten Jahren verwischen die Grenzen nach rechts zunehmend.
So gibt es nicht nur in unserer Gesellschaft überall rassistische, homophobe, antisemitische und sexistische Tendenzen, sondern auch innerhalb der eigenen Subkultur.
Immer wieder heiß diskutiert wird hierbei die sogenannte „Punk“– und „Oi“-Musik, auf die wir auch hier auf unserem Blog hauptsächlich einen Blick werfen möchten. Gleich mal Klartext: Wir möchten euch hiermit nicht vorschreiben, an welcher Stelle ihr eure Grenzen zieht – das muss jede/r für sich selbst entscheiden.
Allerdings möchten wir gern auf existierende Fakten aufmerksam machen, da wir uns zum Ziel gesetzt haben, keine falsche Toleranz gegenüber Nazis zu zeigen – vor allem nicht in unserer Subkultur!

Zudem handelt es sich bei diesem Blog nicht um die umstrittene Oire Szene – Redaktion. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass in der Vergangenheit häufig Fehler im Bezug auf Recherchearbeiten passiert sind und versuchen diese selbstverständlich zu umgehen, um euch ein breit gefächertes, sachlich fundiertes Spektrum an Infomaterial zu bieten. Falls euch dennoch Kritikpunkte auffallen oder ihr uns Meinungen, Fakten und/oder Anregungen zukommen lassen möchtet, könnt ihr dies jederzeit an grauzonendiskussion@web.de schicken. Wir bitten euch außerdem um euer Verständnis, dass die Kommentarfunktion abgeschaltet bleibt. Dies soll Beleidigungen und unsachliche Diskussionen vermeiden, nicht etwa Kritik verhindern.

Dieser Blog existiert aus dem Grund, dasss aus unserer Sicht wieder ein starker Rückschritt im Bezug auf die Grauzonendiskussion aufgetreten ist. Wir möchten euch hier eine Plattform bieten, damit ihr Fakten aufzuschnappen und euch anschließend eine eigene Meinung bilden könnt, nicht etwa, um mit erhöhtem Zeigefinger auf andere Personen zu zeigen.

Keine Chance für rechte Strukturen – erst recht nicht in unserer Subkultur!

Zum Blog

Offener Brief vom ehemaligen Bassisten von Artifical Eyes zur Grauzonendebatte

Die Oire Szene Redaktion verweist an dieser Stelle auf eine von RASH Berlin-Brandenburg heute veröffentlichte Stellungnahme rund um die bitteren Vorfälle in Bezug auf die Stage Bottles, Artifical Eyes und United Struggle:

Wir dokumentieren als RASH Berlin-Brandenburg das folgende Statement (konkret geht es um verschiedene Kuschelbilder von 2 Bandmitgliedern der Stage Bottles auf dem diesjährigen Riverside Stomp Festival in Mainz mit einem Bandmitglied von Stomper 98 – siehe). In Folge dessen ist davon auch das relative neue Bandprojekt Artifical Eyes betroffen. Außerdem hat sich die Redskinband United Struggle aufgelöst, da es auch hier zu einem gemeinsamen Photo mit Stomper 98 Bandmitglied Lars zusammen mit einem Bandmitglied von United Struggle kam. Aber lest selber…:

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Grauzone – rechte Lebenswelten in Punk, Oi und Deutschrock

Faschistische Ästhetik? Zum Umgang mit der Ästhetisierung des Faschismus in Subkultur und Mainstream

Ein Veranstaltungstipp:

Eine Podiumsdiskussion im Rahmen der Reihe: „Grauzone(n) – Diesseits des Neonazismus“

Sonnenrad, Kruckenkreuz, SS-Totenköpfe und -Uniformen, Bezüge auf faschistische Denker wie Julius Evola oder Miguel Serrano – anlässlich des Wave-Gotik-Treffens sowie einzelner Neofolk-Konzerte gab es zuletzt wieder häufiger Diskussionen über die rechte Schlagseite der „Schwarzen Szene“ und anderer Subkulturen. Entsprechende Kritik von außen wird von Veranstalter_innen und Szene-Protagonist_innen zumeist mit dem Verweis auf das eigene unpolitische Selbstverständnis abgetan. In den Kanon der Abwehrstrategien gehören ebenfalls die Enthistorisierung und Entkontextualisierung von Zeichen, Symbolen, Personen oder Ereignissen des Nationalsozialismus – mit Verweis auf die Freiheit der Kunst.

Handelt es sich bei all dem also nur um ein provokantes Spiel mit zu Recht tabuisierten Codes und Ideologien? Wie unpolitisch ist die auf eine vergemeinschaftende Entidividualisierung abzielende Inszenierung faschistischer Ästhetik? Welche Bezüge bestehen zwischen subkulturellen und Mainstream-Diskursen? Und wie lassen sich solche kulturellen Formen und Praktiken angemessen kritisieren, wenn auf pauschalisierende „Nazi“-Vorwürfe wie auch auf unpolitische Grenzziehungen gemäß der staatlichen Extremismustheorie verzichtet werden soll?

Es diskutieren:
• Michael Wehren (Theaterwissenschafler, Uni Leipzig)
• David Begrich (Arbeitsstelle Rechtsextremismus Magdeburg, Miteinander e.V.)
• Juliane Nagel (Aktionsbündnis „Leipzig nimmt Platz“)
Moderation:
• Stefan Kausch (FKR)

21.05.2012
Diskussions-
Veranstaltung

19:00 Uhr

Leipzig
Centraltheater, Rangfoyer
Bosestraße 1, 04109 Leipzig

Mehr Infos: FKR-Diskussionreihe: Grauzonen – diesseits des Neonazismus

Die Grauzone: Schnittstelle zu extrem rechten Lebenswelten

Nun ist erfreulicherweise auch in der antifaschistischen Recherchezeitschrift „Lotta“ aus NRW eine Schwerpunktausgabe zum Thema Grauzone erschienen. Den Artikel „Rebellion im Schützenclub – „Unpolitisch“ als Totschlagargument“ könnt Ihr bereits online lesen:

Über die schottische Band „Bakers Dozen“ lässt sich einiges erzählen: beispielsweise dass sie in den vergangenen Jahren mehrfach in der Neonazi-Kneipe „De Kastelein“ und ihrer Nachfolgerin „Moloko Bar“ im belgischen Brügge auftrat, dass sie im thüringischen Nazi-Treffpunkt „Skinhouse Menfis“ spiel te und für ein (verhindertes) „Fuck P.C.“-Fest des extrem rechten „Adler-Versandes“ in Niedersachsen an gekündigt war, dass der Sänger in Shirts der Naziband „Tattooed Mother fuckers“ und des „De Kastelein“ auf den Bühnen stand und dass die Band dem deutschen Neonaziheft „Violence“ in einem Interview mit Lobeshymnen über die „exzellente deutsche Skinszene“ schmeichelte.

Man mag sich darüber streiten, ob Bakers Dozen nun „rechtsoffen“ oder schlicht und einfach eine Rechtsrock-Band ist, nicht aber darüber, dass sich Bakers Dozen in einem rechten politischen Milieu bewegt und dass sie wissentlich und willentlich Nazihefte, Nazibands und Nazitreffpunkte unterstützt und für diese wirbt. Als Bakers Dozen für den 26. Februar 2010 zusammen mit der saarländischen Band Krawallbrüder im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein bezeichnenderweise in einem Schützenclub angekündigt war, intervenierten Antifaschist_innen. Pascal Gaspard, Frontmann der Krawallbrüder, legte
sich mächtig für Bakers Dozen ins Zeug. Bakers Dozen, so schrieber, hätte in der Vergangenheit ja auch mit Kultbands des Oi-Genres zusammen gespielt, ergo: „Bestimmt gibt es in Schottland auch eine existierende Rechte, aber Bakers Dozen gehören
nicht dazu!“ Mit dem Ausrufezeichen hinter dieser ebenso schlichten wie falschen Behauptung war das Thema beendet. Das Konzert fand statt.

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Weitere Artikel zum Thema gibt es in der Papierausgabe:
Die Grauzone
Eine Einleitung in den Schwerpunkt
Rebellion im Schützenclub
»Unpolitisch« als Totschlagargument
Leere Worte für Millionen
Die Kultband »Böhse Onkelz« hat auch sieben Jahre nach ihrer Auflösung kaum an Bedeutung verloren
»Unpolitisches«, »Unity« und braune Flecken
Die Grauzone im »LOTTA-Land«
Schwarzzone
Die Inszenierung des Unpolitischen im Black Metal
Extrem unangenehm
½ Gegenschlag + ¼ Rachezug + ein Junge fürs Grobe = Unpolitisch

Grauzone – rechte Erlebniswelten

Der Schwerpunktartikel aus dem „Underdog“-Fanzine zum Thema Grauzone:

Die Band PSYCHISCH INSTABIL hat 1996 mit ihrem Song “Unpolitisch macht hirntot” innerhalb der Punk- und Skinkultur die Diskussion angeregt, ob Punk politisch sein sollte und eine klare politische Attitüde innerhalb dieser Subkulturen eingefordert, “da (in der Grauzone) die Kluft zwischen Hooligans, Gewalt, Prolltum und rechts halt nicht besonders groß ist!” (1)
Was also bleibt übrig, wenn Politik aus diesem Genre herausgenommen wird. Inhalte wie “Ficken, Saufen, Fußball” sind nicht selten. OI!-Bands propagieren den Zusammenhalt “unserer” Szene, feiern, trinken und beschwören den “way of life”.

“I like my way, my way of life
I’m a skinhead that’s my pride
Oi! is my music, belongs to me
It stands for the cult and unity!
(“Way of life”; LOIKAEMIE)

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Underdog-Fanzine mit Themenschwerpunkt Grauzone

Kürzlich ist eine sehr lesenswerte Ausgabe zum Themenschwerpunkt Grauzone des Underdog-Fanzines erschienen:

Themen-Schwerpunkt: Grauzone – rechte Erlebniswelten

Über den Schwerpunkt:
In der sogenannten Grauzone tummeln sich Bands, Personen, Zines, Labels, die sich vornehmlich unpolitisch zeigen und politische Extreme ablehnen. Unpolitische Skins und Punx halten sich eher an traditionelle Werte und verzichten auf die Vereinnahmung von rechts oder links. Jenseits der RechtsRockmusik etablieren sich rechte Lebenswelten, für die die Kategorie “Nazis” genauso wenig zutrifft wie das Label “unpolitisch”. Sie sind irgendwo dazwischen, in der Grauzone. Die Abgrenzung zu politischen Extremen macht die Grauzone zu einer unpolitischen Mitte, die es im Grunde nicht ist. Wir zeigen auf, wie diese mit politisch extremen Denkweisen, Verhaltensmuster besetzt ist, durchleuchten Widersprüche und fordern eine Abschaffung der Grauzone.
Zum Artikel

“Wir finden Kritik legitim und wichtig, ist sie doch auch ein Steuerungselement über das eigene Handeln nachzudenken” stellt Tost von VOLXSTURM fest und debattiert zusammen mit Bandkollege Hinkel über die “Szenetoleranz, definieren Grundkritik und reflektieren eigenen Handlungen.
Zum Interview

Biographische Züge hat das ausführliche Interview mit Olaf (STAGE BOTTLES), der seinen Werdegang in die Skin-Kultur aufzeigt und im Hinblick auf das OI-Milieu soziale Aspekte aufzeigt.
Zum Interview

„Der Sachverhalt, dass Politik in der Oi! Szene für viele angeblich keine Rolle spielt(…)ist für mich(…) auch einer der Kernpunkte der Grauzonen Diskussion“ weiß Micha von FREIBOITER und äußert sich auch über die Inszenierung der Männerwelt und die konservative Wertevorstellungen in der Skin-Kultur.
“Es hat momentan eher den Anschein, dass der Grundgedanke einer Gegenkultur in vielen Bereichen durch den Kommerz und seiner Gleichgültigkeit untergeht” behauptet Smily von PRODUZENTEN DER FROIDE und schildert seine Erfahrungen mit der Grauzone.
Christoph von PAINWORDS war tief im Deutschrock-Sumpf verortet und schildert ebenfalls seine Erlebnisse über die angebliche unpolitische Szene.
Horst und Hagen sind die Veranstalter vom RESIST TO EXIST Festival und geben Auskunft über den Umgang mit Grauzonen-Bands.
Neben weiteren Artikeln zum Thema rundet der Soundtrack “100% Antifascist OI!” die Ausgabe ab.

Quelle

Get Off The Fence – What Are We About?

Die Oire Szene Redaktion verweist an dieser Stelle auf ein Interview mit der englischen Antigrauzonenkampagne „Get off the fence!“ (Anmerkung Oire Szene: Wir wollen Grauzonenbands wie den „East End Badoes“, den „London Diehards“ und „Section 5″ allerdings im Gegfensatz zu der „Gett off the fence!“-Kampagne keine Unbedenklichkeit ausstellen – dafür gab es einfach schon zu viele fragwürdige Konzertauftritte – mehr Infos findet Ihr über die Suchfunktion in unserem Blog):

For far too long there have been many Oi! / Street Punk bands that have sat on the fence regards racism and fascism. In ignoring these problems and allowing far right activists and their bands into the scene problems are now arising where innocent people are being attacked simply for wearing a t-shirt, badge or patch the far right do not like.

In the summer of 2011 a broad-based anti-fascist and anti-racist group called Get Off The Fence came to life. As a group there are almost 400 members from all walks of life who love Oi! / Street Punk that has come together to challenge the lazy attitudes of the fence sitters and the problems Nazi boneheads seem to be causing.

Problems such as attacking people for wearing band patches / t-shirts that they do not agree with. Attacking people because they MIGHT be gay etc. I’m sure you get the picture. This kind of behaviour needs to stop in 2011 as we don’t our scene going back in time to where a lot of people got hurt, venues got shut down etc. Only a fool would want that!

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